Die spanische Wirtschaft

Spanien ist die fünftgrößte Volkswirtschaft in Europa und wird als hochentwickeltes Land eingestuft. Spanien war eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Europa bis 2007, als sein BIP pro Kopf 105% des EU-Durchschnitts erreichte. Das Wirtschaftswachstum von 1997 bis 2007 wurde jedoch vor allem durch einem Immobilien- und Kreditboom und hohe ausländische Investitionen sowie eine günstige Zinslage angetrieben. Als Konsequenz daraus hat sich das Durchschnittsniveau der Haushaltsschulden in dieser Zeit mehr als verdreifacht. Im Jahr 2007 hat der Bausektor 16% zum BIP beigetragen und 12% aller Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Als es schließlich zur globalen Rezession kam, war das Land sehr stark betroffen, es kam zu Massenentlassungen und einem Rückgang der Binnennachfrage, wobei der Exportsektor zugleich durch die Rezession bei den wichtigsten Handelspartnern getroffen wurde. Daher fiel Spanien zwar erst später in die Rezession als andere europäische Staaten, diese dauerte jedoch länger an, von 2009 bis 2013.

Die ohnehin hohe Arbeitslosenrate erreichte einen Hochpunkt mit 26,1% im Jahr 2013. Das Land begann sich jedoch zu erholen, 2014 lag das Wirtschaftswachstum bei 1,4%, 2015 bereits bei 3,2%. Eine weitere positive Entwicklung wird erwartet, mit einem prognostiziertem Wachstum von 2,8% 2016 und einem Rückgang der Arbeitslosenrate auf 19,8%, was jedoch weiter ein recht hohes Niveau ist.

Den wichtigsten Beitrag zum BIP bietet der Dienstleistungssektor, wobei der Tourismus in Spanien sehr wichtig ist, da es das dritt-meistbesuchte Land mit über 70 Millionen erwarteten Besuchen 2016 ist. Insgesamt tragen Dienstleistungen 74% des BIPs bei, gefolgt von Herstellung und Produktion mit 18%. Spanien beheimatet mehrere multinationale Firmen in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Telekommunikation, Automobilindustrie und Einzelhandel. Die wichtigsten Exportländer liegen in der Europäischen Union: Frankreich, Deutschland, das UK, Italien und Portugal.

Spanien war auch von der europäischen Schuldenkrise betroffen, da das Land ein großes Budgetdefizit und einen schwachen Bankensektor hat, und wurde daher zu Austeritätsmaßnahmen gezwungen.

Obwohl die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren positiv war, wurde der Ausblick durch politische Unsicherheit, die mittlerweile beendet ist, getrübt. Außerdem hat ein starker Anstieg der Binnennachfrage, angetrieben durch niedrige Zinsen und einen niedrigen Ölpreis, die ökonomische Entwicklung angekurbelt.

Die Hauptprobleme der spanischen Wirtschaft sind ein schlechte Bildungssystem und ein großer Anteil an Schattenwirtschaft, die die tatsächliche Konsequenz der spanischen Arbeitslosenqute verdeckt.

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